Aufbissschiene reinigen nach Krankheit – so entfernt man Keime sicher

Erkältung überstanden, Fieber weg – und jetzt liegt die Schiene da, die die letzten Tage im Mund war oder unbenutzt in der Box. Was ist auf ihr geblieben? Und wie wird sie wirklich wieder sauber? Nach einer Krankheit braucht die Aufbissschiene mehr als die übliche Morgenroutine.


Was sich nach einer Krankheit auf der Schiene befindet

Während einer Erkältung oder Grippe ist die Keimbelastung im Mundraum erhöht. Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen gelangen auf die Schiene – sowohl beim Tragen als auch durch Kontakt mit den Händen beim Herausnehmen.

Wer die Schiene während der Krankheit weitergetragen hat, hat sie täglich diesen erhöhten Keimmengen ausgesetzt. Auch eine Schiene, die in dieser Zeit in der Box lag, ist nicht automatisch keimfrei – Rückstände aus der letzten Reinigung vor der Krankheit können noch vorhanden sein.

Nach der Genesung ist eine gründliche Reinigung deshalb kein übervorsichtiger Schritt, sondern sinnvolle Hygiene.


Welche Reinigungsmethoden nach Krankheit geeignet sind

Für eine zuverlässige Reinigung nach Krankheit eignen sich folgende Methoden:

  • Einweichen in Reinigungstabletten mit antibakterieller Wirkung für mindestens fünfzehn Minuten
  • Reinigung im Ultraschallgerät mit geeigneter Reinigungslösung
  • Kombination aus beiden: erst einweichen, dann Ultraschall

Die Kombination ist besonders wirksam. Das Einweichen löst organische Rückstände chemisch auf, der Ultraschallreiniger entfernt sie mechanisch – auch aus tiefen Vertiefungen und Poren.


Schritt-für-Schritt: Reinigung nach Krankheit

Ein strukturierter Ablauf für die Reinigung nach einer Erkrankung:

  • Schiene unter lauwarmem Wasser abspülen
  • Fünfzehn bis zwanzig Minuten in frisch angesetzter Reinigungstablettenlösung einweichen
  • Mit Spezial-Reinigungsbürste alle Bereiche gründlich abarbeiten
  • Interdentalbürste für Rillen und Zahnfleischrand einsetzen
  • Gründlich mit klarem Wasser abspülen
  • Vollständig trocknen lassen, bevor die Schiene wieder in die Box kommt
  • Box ebenfalls gründlich reinigen oder desinfizieren

Dieser Ablauf dauert etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten und stellt sicher, dass die Schiene nach der Krankheit wieder hygienisch sauber ist.


Die Box nicht vergessen

Ein häufig übersehener Schritt: die Aufbewahrungsbox. Wer die Schiene gründlich reinigt und dann in eine ungesäuberte Box legt, setzt sie sofort wieder Keimen aus.

Nach einer Krankheit sollte die Box mindestens gründlich mit Spülmittel gereinigt werden. Wer ganz sicher gehen will, legt sie kurz in eine Reinigungstablettenlösung oder tauscht sie aus. Boxen sind günstig – der Austausch nach einer Erkrankung ist eine einfache und wirksame Maßnahme.


Typische Fehlversuche nach Krankheit

Viele versuchen, die Schiene mit kochendem Wasser zu desinfizieren. Heißes Wasser tötet zwar Keime ab – verformt aber gleichzeitig den Kunststoff unwiederbringlich. Die Schiene passt danach nicht mehr korrekt.

Andere sprühen Desinfektionsmittel auf die Schiene. Handelsübliche Desinfektionssprays sind für Kunststoffoberflächen im Mundbereich nicht geeignet und hinterlassen chemische Rückstände, die die Mundschleimhaut reizen können.

Auch das einfache Abspülen unter Wasser nach der Krankheit reicht nicht aus. Die erhöhte Keimbelastung erfordert hier ausdrücklich mehr als die tägliche Grundreinigung.


Was im Alltag wirklich hilft

Nach einer Krankheit einmalig intensiv reinigen – und dann wieder in die normale Routine zurückkehren. Spezialisierte Reinigungstabletten für Zahnschienen sind dabei die praktischste Methode: einfach anzuwenden, wirksam gegen Bakterien und auf den Kunststoff abgestimmt.


Kurzfazit

Nach einer Erkrankung ist eine gründlichere Reinigung der Aufbissschiene sinnvoll. Einweichen in Reinigungstabletten, gründliches Bürsten und das Reinigen der Box sind die wichtigsten Schritte. Kochendes Wasser und Desinfektionsspray sind keine geeigneten Methoden. Wer diese einmalige Intensivreinigung nach der Krankheit durchführt, startet danach wieder mit einer hygienisch sauberen Schiene.


Häufige Fragen

Muss ich die Schiene nach jeder Erkältung intensiv reinigen?

Nach Erkrankungen mit erhöhter Keimbelastung im Mundraum ist eine intensivere Reinigung sinnvoll. Eine kurze Erkältung ohne Fieber rechtfertigt zumindest eine gründlichere Reinigung als üblich – also längeres Einweichen und gezieltes Bürsten.

Kann ich die Schiene während der Krankheit weitertragen?

Das ist eine individuelle Entscheidung. Wer die Schiene während der Krankheit trägt, sollte sie täglich mindestens so gründlich reinigen wie sonst – besser noch intensiver. Nach der Genesung folgt dann die Intensivreinigung.

Wie lange überleben Krankheitserreger auf der Schiene?

Das hängt vom Erreger ab. Viele Bakterien und Viren überleben auf Kunststoffoberflächen mehrere Stunden bis Tage. Eine gründliche Reinigung unmittelbar nach der Genesung ist deshalb zeitlich sinnvoll.

Reicht einmaliges Einweichen nach der Krankheit aus?

In den meisten Fällen ja – wenn es gründlich und mit geeigneten Mitteln durchgeführt wird. Bei schwerer Erkrankung oder wenn die Schiene längere Zeit ungereinigt in der Box lag, kann ein zweiter Reinigungsdurchgang sinnvoll sein.

Sollte ich nach einer Krankheit eine neue Box kaufen?

Das ist nicht zwingend notwendig. Eine gründlich gereinigte Box ist ausreichend. Wer auf Nummer sicher gehen will oder die Box ohnehin schon länger in Gebrauch hat, kann sie kostengünstig ersetzen.